Förderpreis - Rückblick und Reaktionen 2006

Zeichen setzen 2006

"Zeichen setzen" 2006

Den ersten von vier Preisen für "wegweisendes bürgerschaftliches Engagement" stifteten in diesem Jahr die Fürstlich Castell'sche Bank. Drei weitere Preise wurden vom Erwachsenenbildungshaus Klaus von Flüe, der Main-Post und der Firma Knauf aus Iphofen gestiftet. Die Preise gingen an "Das Dorf Service GmbH" aus Arnstein-Binsfeld, Aktion Nachbarschaftshilfe des Lengfelder Blindeninstituts, die Rufbereitschaft im Schweinfurter Frauenhaus und die Drogenhilfe Bad Kissingen.
Die Festrede zur Preisverleihung hielt der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Eberhard Sinner.

Förderpreis - Presseberichte 2006

Wegweisendes bürgerschaftliches Engagement

24.11.2006
Wegweisendes bürgerschaftliches Engagement

Eva Matthies (Bad Kissingen, im Bild mit Redakteurin Regina Krömer) bekam am Donnerstag bei der MAIN-POST in Würzburg für "wegweisendes bürgerschaftliches Engagement" einen von drei Förderpreisen überreicht, welche die Landvolkshochschule Klaus von Flüe und die Zeitungsgruppe MAIN-POST unter dem Motto "Zeichen setzen" ausgelobt hatten. Es werden Menschen und Initiativen vorgestellt, die aktiv Verantwortung für das soziale, kulturelle und politische Leben vor Ort übernehmen, die Außergewöhnliches in ihrem Ehrenamt oder bei der Mitgestaltung der Gesellschaft leisten. Das vorbildliche Engagement von 15 Personen bzw. Gruppen wurde übers Jahr in der Zeitung vorgestellt. Grußworte sprachen der Chef der bayerischen Staatskanzlei, Eberhard Sinner, stellvertretender Chefredakteur Anton Sahlender und Klaus von Flüe. Eva Matthies engagiere sich im Verein Kissinger Drogenhilfe (Kidro) für Probleme, die nicht alle Menschen haben, sagte Laudator Ludwig Sanhüter. Sie werde für ihren Einsatz nicht nur gelobt, sondern müsse auch manchmal gegen "Widerstände" kämpfen. Denn in der "malerischen Kurstadt" habe erst ein Bewusstsein entstehen müssen für die soziale Probleme. Inzwischen gebe es einen Streetworker in der Drogenhilfe, ein anderer kümmere sich um jugendliche Aussiedler. Zurzeit bange man noch um die Verlängerung dieser Projekt-Stelle, so Sanhüter. "Dass die Sensibilität für sozial Benachteiligte in Bad Kissingen stark gestiegen ist, das ist zum großen Teil Ihr Verdienst."

Ehrenamt: Zeichen setzen zeichnet aus

24.11.06
Ehrenamt: "Zeichen setzen" zeichnet aus

15 Initiativen für bürgerschaftliches Engagement hatte die Mediengruppe Main-Post mit dem Erwachsenenbildungshaus Klaus von Flüe heuer in ihrer Serie "Zeichen setzen" vorgestellt. Im Rahmen einer Feier, bei der der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Eberhard Sinner, die Festrede hielt, wurden die Auszeichnungen vergeben: Einstimmig hatte die Jury der "Das Dorf Service GmbH" aus Arnstein-Binsfeld Platz Nummer eins zuerkannt. Diese Initiative erhält den von der Fürstlich Castell'schen Bank gestifteten Hauptpreis in Höhe von 1500 Euro. Drei Sonderpreise (je 500 Euro) gingen an die Aktion Nachbarschaftshilfe des Lengfelder Blindeninstituts, die Rufbereitschaft im Schweinfurter Frauenhaus und die Drogenhilfe Bad Kissingen.

24.11.06
Mit Herzblut und Leidenschaft

Die Serie "Zeichen setzen", 2003 gemeinsam von der Mediengruppe Main-Post und der Landvolkshochschule Klaus von Flüe initiiert, stellte auch in diesem Jahr wieder ehrenamtliches Engagement von 15 Gruppen und Einzelpersonen vor.

Vier von ihnen wurden jetzt bei einem Festakt im Casino der Main-Post mit Preisen für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Bis zum Schluss blieb es spannend.

Denn die kurzweilige Vorstellung der Nominierten durch Regina Krömer und Christoph Grütz von der Main-Post zeigte, dass die Vergabe der Preise nicht leicht gewesen sein kann. "Alle Gruppen sind ausgezeichnet, denn all ihre Projekte haben viel mit Liebe und Menschlichkeit zu tun", bestätigte Michael Koch, Leiter des Erwachsenenbildungshauses Klaus von Flüe (Münsterschwarzach) und Mitglied der 15-köpfigen Jury. "Und welche ist ausgezeichneter als ausgezeichnet?"

An der Spitze dieser Kategorie stand die "Das Dorf GmbH Binsfeld" (Lkr. Main-Spessart). Sie erhielt den bereits zum dritten Mal von der Fürstlich Castell'schen Bank gestifteten ersten Preis in Höhe von 1500 Euro. Klaus Vikuk von der Castell-Bank lobte dieses "kleine rebellische Dorf, das sich gegen die allgemeine Entwicklung stemmt, Eigeninitiative entwickelt und selbst Lösungen für zentrale Probleme findet".

Die drei jeweils mit 500 Euro dotierten Sonderpreise, zur Verfügung gestellt vom Erwachsenenbildungshaus Klaus von Flüe, der Main-Post und der Firma Knauf, Iphofen, erhielten das Blindeninstitut im Würzburger Stadtteil Lengfeld, die Drogenhilfe Bad Kissingen und das Frauenhaus Schweinfurt.

Dass "Zeichen setzen" nicht nur im fränkischen Raum wahrgenommen wird, zeigte sich beim Festredner des Abends. Eberhard Sinner, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, nannte die Aktion einen Beweis für das vielfältige ehrenamtliche Engagement, für ein lebendiges Miteinander von Medien und Menschen, das Mut mache. "Bürgerschaftliches Engagement - vom netten Rentner, der den Bürgerbus fährt, bis zum Schüler, der für Senioren Einkäufe erledigt - ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist eine Bereicherung für unsere Gesellschaft und ein Segen für unser Land." Und die Menschen, die ein deutliches Zeichen setzen für ein lebendiges und solidarisches Gemeinwesen, seien Vorbilder, die "Öffentlichkeit und unsere Wertschätzung verdienen".

3,8 Millionen Menschen in Bayern (oder 37 Prozent der Bevölkerung) investieren monatlich Millionen von Stunden in die Gesellschaft und setzen mit vielfältigen Projekten und Initiativen auch ein deutliches Zeichen für eine lebendige Demokratie. Dafür dankte Sinner persönlich und im Namen de Staatsregierung und fügte explizit hinzu: "Es sind nicht die Preise, die zählen, auch wenn sie ein schönes Symbol der Anerkennung sind. Es sind das Wirken und die Wirkung der Taten."

Für die Main-Post ging Anton Salender, Stellvertreter des Chefredakteurs, auf die Rolle die Presse bei der Berichterstattung über gesellschaftliche Entwicklungen ein. Eine Gesellschaft, die Anstalten mache, Menschen alleine zu lassen oder auszustoßen, in der das System der staatlichen Solidarität strukturell in der Krise stecke, die brauche jeden, der freiwillig etwas für das Gemeinwohl tue. "Freiwilliges bürgerschaftliches Engagement verdient unsere mediale Unterstützung, denn es wird gebraucht und das in zunehmender Form."

Zwar bewiesen die Zahlen, dass ehrenamtlicher Einsatz in Deutschland zunehme, dennoch stellte der Journalist die skeptische Frage, ob dieses Wachstum wohl hinter dem zunehmenden Bedarf zurückbleibe. "Zeichen setzen" möge vielleicht nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein sein, trotzdem bat Salender um weiteren ehrenamtlichen Einsatz: "Ja, wir wollen Zeichen setzen durch freiwilliges bürgerschaftliches Engagement." Die Reaktionen auf die Auszeichnungen und der rege Austausch zwischen den Gruppen nach der Preisverleihung lassen hoffen, dass diese Freiwilligkeit andere ansteckt. Zum Beispiel zum Spendensammeln "mit Herzblut und Leidenschaft", dazu, "nicht nur zu sprechen, sondern auch die Ärmel hochzukrempeln".

Eine der Nominierten verwies schließlich darauf, dass ein Faktum bei all dem nicht vergessen werden darf: "Ich gebe ja nicht nur, ich bekomme auch ganz viel zurück."

Quelle: Von der Mainpost-Mitarbeiterin Sabine Dähn-Siegel

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