Der Förderpreis ging an das Projekt "Eine Stunde pro Woche Zeit füreinander" in Kirchengemeinden in Volkach und dem Würzburger Stadtteil Grombühl. Hinter dieser neuen Form der Nachbarschaftshilfe steht die Idee, die Bedürfnisse von Hilfe Suchenden und die Fähigkeiten von Helfern zu koordinieren. 11.12.2003 Aus einer Stunde werden schon mal drei
Waldfenster Hoch her geht es jetzt um drei viertel vier im Aufenthaltsraum. Kuchenzeit. Die rustikalen Stühle sind alle besetzt. In der Fernseh-Ecke läuft der Fernseher. Auf den stabilen Tischen brennen kurze dicke rote Kerzen. Brigitte Fehr nimmt Anna Maria Dörr in den Arm und sagt: "Ich denke immer, die habe ich lieb." Draußen vor dem Fenster des Wohnpflegeheims Waldfenster taucht die Dämmerung die Rhön-Hügel und abgeernteten Äcker in winterliches Einheits-Grau. Nach dem Tod ihrer Mutter vor einigen Jahren, die sie bis zum Schluss gepflegt hatte, fühlte Brigitte Fehr in sich eine innere Leere. Da kam ihr die Initiative von Michael Schlereth gerade recht. Der Caritas-Seelsorger aus Waldfenster hatte nämlich vor zwei Jahren eine Idee: Privatpersonen verschenken eine Stunde pro Woche ihrer Zeit einem anderen hilfsbedürftigen Menschen. Angeregt worden sei er zu dieser Sache von einer ähnlichen Aktion von Ehrenamtlichen in Volkach und Würzburg, sagt Diakon Schlereth. Das Würzburger und Volkacher Projekt gewann jüngst den ersten Förderpreis bei der gemeinsamen Aktion "Zeichen setzen!" der Landvolkshochschule Klaus von Flüe und der Zeitungsgruppe MAIN-POST. In Waldfenster verbreitete sich die Idee über Flyer, Kirchenblätter und Mundpropaganda die Vorstellung rasch, so dass im November 2001 das erste große Arbeitstreffen stattfand, an dem genau ein Dutzend engagierter Leute teilnahm. Jetzt hatten sie zwar Personen, die ihre Zeit an jemand anders verschenken wollten, doch noch niemanden, der die Zeit auch geschenkt bekommen wollte, sagt Schlereth. Nach und nach fanden sich die Ziel-Personen. Diakon Schlereth und seine engagierte Truppe, zu der nur zwei Männer gehören, konnte hierbei auf den Hilfebedarf bei der Diakonie und der Caritas zurückgreifen. Heute kann der Seelsorger einfach auf eine Liste von 16 Menschen bauen. Diese stehen bereit für den Dienst am Nächsten. Und jeder hat da so seinen Spezialbereich. Der eine macht gerne Einkäufe, der andere übernimmt Behördengänge oder kleinere Haushaltsdienste. Wieder andere sind einfach bloß da und vertreiben die Einsamkeit. So jemand ist Brigitte Fehr. Einmal in der Woche kommt sie ins Wohnpflegeheim Waldfenster und unternimmt mit einem der 24 behinderten Menschen, die hier ihre Heimat gefunden haben, einen Spaziergang. Und so wird sie jedes Mal von der Heimbewohnerin Anna Maria Dörr stürmisch begrüßt. "Sie freuen sich einfach unglaublich, wenn's nach draußen geht", sagt Brigitte Fehr, während ihr die Behinderte über den Kopf streicht. Es sei immer eine willkommene Abwechslung, sagt Fehr weiter. Viel werde auf den gemeinsamen Spaziergängen von früher gesprochen. Im Übrigen, gesteht die 56-jährige Lauterin, sei das mit der einen Stunde pro Woche nicht so ganz wörtlich zu nehmen. Manchmal seien es schon drei. Dass jemand von "Zeit verschenken" seine Hilfe im Pflegeheim anbietet, ist nur die eine Variante. Oft stehen auch Besuche in der Privatwohnung von Menschen auf dem Programm, die sich einsam fühlen. Da hätten seine Leute schon manchmal mit den Bedenken von Angehörigen zu kämpfen, denen es offenbar ein schlechtes Gewissen bereite, wenn jemand von außen sich um ein hilfsbedürftiges Familienmitglied kümmere. " Kosten entstehen überhaupt keine", sagt Initiator Michael Schlereth, der eine Handvoll Info-Material bereithält. Die gesamte Aktion laufe ehrenamtlich. Spenden könne er aber schon gebrauchen. Und der Projektleiter sieht in der Tatsache, dass es so eine Aktion wie die von ihm ins Leben gerufene überhaupt braucht, ein Symptom der Zeit: "Die Nachbarschaftshilfe geht immer mehr zurück. Viele Dinge im sozialen Bereich werden einfach nicht mehr bezahlt." Ganz alleine kann Schlereth die Sache freilich nicht stemmen: Organisation, Schriftverkehr und Öffentlichkeitsarbeit macht Alexandra Groten. Auch sie übernimmt das rein ehrenamtlich. Mit von der Partie bei dem Projekt "Zeit verschenken" sind alle zwölf Pfarreien der Pfarreiengemeinschaft Burkardroth. Großen Wert legt Michael Schlereth darauf, dass die ganze Aktion sich überkonfessionell versteht. Die Macher treffen sich alle zwei Monate. Nächster Termin ist der 8. Januar um 20 Uhr im Pfarrheim Waldfenster. 04.12.2003 Die Weichen für die Zukunft stellen
Würzburg (san) An diesem Freitag wird der Internationale Tag des Ehrenamtes begangen. Das ist eigentlich eine rundum gute Sache, aber Lobreden alleine genügen nicht. Der bundesweit tätige Verein "Aktive Bürgerschaft" ist überzeugt, dass "die beste Form der Anerkennung ist, engagierte Bürgerinnen und Bürger zu unterstützen." Nicht zuletzt dieses Anliegen verfolgen auch das katholische Erwachsenenbildungshaus "Klaus von Flüe" und die Main-Post mit dem Förderpreis "Zeichen setzen!". Denn es geht um neue Inhalte. Rolf Kiefer, Vorsitzender des Vereins "Aktive Bürgerschaft", umreißt, was aktive Bürger wollen: Einfluss nehmen, Weichen für die Zukunft stellen, das eigene Lebensumfeld mitgestalten und gesellschaftliche Probleme lösen. Neben die klassischen Bereiche des Ehrenamts - die Übernahme von Positionen in Vereinen etwa - tritt die Freiwilligenarbeit. "Die Bürger sind immer stärker gefordert, eigenverantwortlich ihre Gemeinschaft zu gestalten", ist etwa Professor Angelika Weber von der FH Würzburg-Schweinfurt überzeugt. Und ihre Kollegin Professor Doris Rosenkranz stellt fest: "Wer sich heute engagiert, will das eher nicht auf Dauer tun, sondern in einem Projekt oder zeitlich begrenzt." Es gibt eben einen Wertewandel, wie die Soziologen es nennen: Weg von den Unterordnungswerten hin zu Selbstentfaltungswerten: Der Sinn des eigenen Tuns ist wichtig, die Erfolge will man ebenfalls kontrollieren können. Ganz in diesem Sinn haben sich auch die in der Aktion "Zeichen setzen!" vorgestellten Initiativen einem weiten Feld von Aufgaben gewidmet: Von der Seniorenbetreuung in Dettelbach über das Engagement für Asylbewerber in Würzburg und Kitzingen bis zum Schwimmbadverein in Kirchheim und dem Bürgerverein in Gaubüttelbrunn, der das Bürgerheim schuf, reicht die Bandbreite. Unterfrankens Bürger sehen, woran es mangelt und schaffen Abhilfe, das ist die erfreuliche Bilanz. Auch die Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, Christa von Thurn und Taxis, sieht neue Aufgaben: Die gesellschaftliche Entwicklung führt immer mehr zu einer Vereinzelung der Menschen mit all ihren negativen Folgen vor allen für sozial Schwache, Kranke und alte Menschen. Auch deshalb sei die Gesellschaft mehr denn je auf ehrenamtliches Engagement angewiesen. Und die Gesellschaft kann sich auf ihre Bürger verlassen: 22 Millionen Deutsche engagieren sich. In Bayern sind es 3,7 Millionen Bürger, die 75 Millionen Stunden im Monat freiwillige Arbeit leisten. Aber es könnten doppelt so viele sein, wenn die Bedingungen besser wären - etwa durch Steuervorteile oder durch Beiträge zur Altersversorgung. Wenn der Staat hier seinen Bürgern etwas entgegenkäme - es würde sich lohnen: Die Landtags-SPD hat vorgetrechnet, dass jeder in Bürgerarbeit investierte Euro vier Euro Wertschöpfung nach sich zieht. 04.12.2003 Das Rückgrat der Gesellschaft
Würzburg "Ehrenamtliches Engagement ist das Rückgrat der Gesellschaft", sagte Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer bei der Preisverleihung zum Abschluss des Wettbewerbs "Zeichen setzen!". 19 Freiwilligen-Initiativen aus Unterfranken hatten sich um den "Förderpreis für aktive Bürger" beworben. Sie alle waren eingeladen zur Preisverleihung am Mittwochabend im Casino des Mainpresse-Zeitungsverlages in Würzburg. Der Ehrung wohnten zudem Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft bei. Unter dem Motto "Zeichen setzen!" hatten den Preis Landvolkshochschule Klaus von Flüe und MAIN-POST erstmals gemeinsam ausgelobt. Das Preisgeld von insgesamt 1500 Euro stiftete in diesem Jahr die Ehemaligen-Gemeinschaft der Katholischen Landvolkshochschule. Als beste Projekte kürte die Jury die Aktionen "Zeit füreinander" (Würzburg/Volkach) und ein Integrationsprojekt der Deutschen Jugend in Europa (djo) für Russlanddeutsche in den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld (siehe Artikel rechts). Michael Koch, Leiter des Erwachsenenbildungshauses Klaus von Flüe, erklärte, mit dem Wettbewerb "Zeichen setzen!" habe man ein Gegengewicht setzen wollen zu dem derzeit allgegenwärtigen Motto "Ich werde gesehen, also bin ich". Die Initiativen, die heuer vorgestellt wurden, agierten oftmals im Abseits des Rampenlichts, arbeiteten eher im Verborgenen. Der Wettbewerb habe das Ziel, selbstverantwortliches Handeln zu fördern. Außerdem sollten so weitere Ansätze gesellschaftlicher Arbeit auf den Weg gebracht werden. David Brandstätter, Geschäftsführer der Mainpresse Zeitungsverlagsgesellschaft, würdigte in seiner Festansprache freiwilliges Bürgerengagement als "wesentlichen Bestandteil einer modernen demokratischen Bürgergesellschaft". "Wir haben Menschen vorgestellt, die in die Bresche springen, wo der Staat mit seinem Latein am Ende ist", erklärte Chefredakteur Michael Reinhard. Brandstätter und Reinhard halten es für die Pflicht einer Regionalzeitung, positive Entwicklungen in ihrem Umfeld zu unterstützen. "Die Zeitung hat auch eine soziale Funktion, sie gibt dem Einzelnen und der Gesellschaft Orientierungshilfen", so Reinhard. Und weil es "mehr aktive Bürger zwischen Tauber und Saale, zwischen Steigerwald und Spessart gibt, als wir 2003 in der Zeitung darstellen und würdigen konnten, haben wir uns entschlossen, 2004 diese Aktion zu wiederholen", sagte Brandstätter. Als Mitglied der Jury würdigte der Präsident der Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt, Baldwin Knauf, die Aktion "Zeit füreinander" als ein Projekt, das in besonderer Weise die Probleme der Mitbürger anspreche. Denn Zeit sei "das Kostbarste, das man einem anderem Menschen schenken kann". Er überreichte Ulrike Shanel (Würzburg) und Ute Schmitt (Volkach) den mit 1000 Euro dotierten ersten Preis. Jury-Mitglied Dr. Doris Rosenkranz übergab Olga Knaub (Bad Neustadt) vom Verein Deutsche Jugend in Europa den zweiten Preis, 500 Euro. Rosenkranz, Professorin im Fachbereich Sozialwesen/Pflegemanagement der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt und Expertin beim Thema Freiwilligenarbeit, hob die Bedeutung der Integrationsarbeit mit jungen Russlanddeutschen hervor. Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer befand, dass alle 19 Initiativen einen Preis verdient hätten. "Die freiwillig Tätigen sind nicht die Lückenbüßer, die Sparbüchse des Wohlfahrtsstaates in Zeiten leerer Kassen." Allerdings könnten viele Aufgaben von privaten Initiativen "schneller, individueller, ideenreicher und bürgernäher" bewältigt werden, meinte Beinhofer. Wichtiger Anreiz zu freiwilliger Bürgerarbeit sei öffentliche Anerkennung. Wegen des Vorbildcharakters müssten die Verdienste der freiwillig tätigen Mitbürger öffentlich dargestellt werden. Mit dem Wettbewerb "Zeichen setzen!" habe die MAIN-POST "einen Treffer gelandet", über den er sich als Regierungspräsident ganz besonders freue.  26.11.2003 Sich für andere einsetzen
Würzburg Die Förderpreise für die Aktion "Zeichen setzen!" von MAIN-POST und dem katholischen Erwachsenenbildungshaus Klaus von Flüe in Höhe von 1000 und 500 Euro hat zum Auftakt in diesem Jahr die Ehemaligen-Gemeinschaft der Katholischen Landvolkshochschule gestiftet. Man habe das Geld gerne zur Verfügung gestellt, erzählt deren Vorsitzender Hermann Ruß aus Frankenwinheim. "Es ehrt uns, dass wir uns beteiligen können." Die Preise sollen in der kommenden Woche übergeben werden. In dieser Woche hatte eine Jury getagt und die beiden Preisträger ermittelt. Der Jury gehören an: Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer, IHK-Präsident Baldwin Knauf, die Vorsitzende des Bezirksjugendringes Andrea Czech, die Professorinnen Doris Rosenkranz und Angelika Weber, die an der Fachhochschule Würzburg/Schweinfurt im Fachbereich Sozialwesen-Pflegemanagement lehren, sowie Vertreter von Klaus von Flüe und der Main-Post. Die Ehemaligengemeinschaft umfasst rund 1000 Absolventen der früheren so genannten Hauptkurse. "Die zwölfwöchige Schulzeit, die wir damals durchlaufen haben, gibt es seit 1975 nicht mehr", berichtet Ruß. Die Absolventen halten aber noch heute Kontakt und organisieren regelmäßige Treffen. Ziel der Kurse damals sei gewesen, eine Lebensschule zu sein, die Persönlichkeit zu bilden. "Die Menschen sollten Selbstwertgefühl bekommen, das Gefühl erfahren, gebraucht zu werden." Allgemeinbildung, Politik, Gemeinschaftsfähigkeit, all dies wurde auf Grundlage des christlichen Menschenbildes vermittelt. Der Förderpreis "Zeichen setzen!" trifft die Einstellung, die vermittelt wurde. "Die Gemeinschaft braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen, vor allem da, wo es kein Geld gibt. Wer das Christentum ernst nimmt, der muss sich auch für andere einsetzen." Die Mitglieder der Ehemaligengemeinschaft haben Verantwortung auch selbst übernommen - daher der Spitzname der Kurse: "Bürgermeisterschule". Aber die Kommunalpolitik ist nicht der einzige Weg, sich einzubringen, betont Hermann Ruß. "Man soll Menschen nicht danach beurteilen, welche Ämter sie ausüben. Sehr viele haben sich auch ohne Amt in ihrem Umfeld eingebracht. Alle haben viel aus der Landvolkshochschule mitgenommen." Hermann Ruß ist Vollerwerbs-Landwirt und hat "einen ganzen Schwung" Ehrenämter. Das vielleicht Auffallendste: Er ist stellvertretender Vorsitzender der fränkischen Zuckerrübenanbauer, er ist Kreisrat, war war lange Gemeinderat und Vorsitzender des Pfarrgemeinderats. Das Ehrenamt wird auch künftig gebraucht, ist er überzeugt. Damit es eine Zukunft hat, muss man ihm "eine gewisse Würde" geben. "Wenn das Ehrenamt attraktiv sein soll, müssen die Leute dafür anerkannt werden." Es gebe viele Menschen, die sehr viel Idealismus einbrächten, aber dafür kein Lob erhielten. "Jeder Mensch braucht Anerkennung. Zeitlebens gegen die Wand laufen, das schafft keiner."  15.07.2003 Zeichen setzen! - Förderpreis für aktive Bürgerinnen und Bürger
Erwachsenenbildung „Klaus von Flüe" und Zeitungsgruppe MAIN-POST vergeben Förderpreis! Machen Sie mit beim Förderpreis für mehr bürgerschaftliches Engagement! Reichen Sie Projekte und Ideen ein! ERWACHSENENBILDUNG |Klaus von Flüe |LANDVOLKSHOCHSCHULE + Zeitungsgruppe MAIN-POST Zeichen setzen ! - Förderpreis für aktive Bürgerinnen und Bürger
Kennen Sie Initiativen oder Menschen, die Interessantes oder Außergewöhnliches in ihrem Ehrenamt oder bei der Mitgestaltung unserer Gesellschaft leisten? Dies kann eine soziale Aktion sein, eine Nachbarschaftshilfe oder ein politisches Engagement sein. Wichtig ist, dass Sie das Gefühl haben oder die Erfahrung machen: „Diese Aktionhat uns weitergebracht." oder „Dieser Mensch hat Tolles geleistet." oder „Wenn es diese Initiative nicht gegeben hätte, wäre die Welt ärmer, würde uns etwas fehlen." Schlagen Sie Gruppen oder Einzelpersonen für den Förderpreis vor schicken Sie die Idee an die Zeitungsgruppe MAIN-POST oder an die Erwachsenenbildung „Klaus von Flüe" (Adressen siehe unten). Freiwilligenarbeit, Ehrenamt, bürgerschaftliches Engagement – wir meinen, darauf kommt es in Zukunft immer stärker an und deshalb sollten wir es alle unterstützen – auch mit Vorschlägen für diesen Ehrenpreis. Vorschlagsberechtigt ist jede/r. Ziel: In Deutschland gibt es ein lebendiges Gemeinwesen, an dessen Gestaltung viele beteiligt sind. Ohne dieses Engagement ist unser Zusammenleben nicht vorstellbar. Gleichzeitig befindet sich Deutschland in einer Phase des gesellschaftlichen Wandels. Er erfasst nicht nur den ökonomischen und politischen Bereich, sondern betrifft alle Aktivitäten und verändert die Art, wie wir produzieren, konsumieren, managen, organisieren, leben und sterben. In Unterfranken können wir auf ein reiches und vielfältiges Engagement von Bürgerinnen und Bürgern zählen. Und doch führen die gesellschaftlichen,politischen und technischen Veränderungen dazu, neue Formen und Ideen freiwilligen Engagements zu entwickeln. Neue Ansätze und neue Wege müssen gegangen werden, um die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen und zwar auf allen Ebenen unserer Gesellschaft. Alle gesellschaftlichen Kräfte sind dazu aufgerufen, das freiwillige Engagement von Bürgerinnen und Bürger zu ermöglichen und die Bereitschaft für die Umsetzung neuer Ideen zu fördern. Die Idee dieses Förderpreises ist es, originelle und viel versprechende Ansätze bürgerschaftlichen Engagements in unserer Region zu stärken. Insbesondere auch kleine Ansätze und lokal eng begrenzte Initiativen gilt es zu fördern, da diese schwerer die öffentliche Anerkennung bekommen und doch für die Menschen vor Ort von großer Bedeutung sein können. Ausschreibungsbedingungen: Die Projekte sind schriftlich kurz vorzustellen. Eingereicht werden können Projekte und Initiativen aus Unterfranken. Die Bewerbungen und Hinweise auf mögliche Projekte können formlos an die Zeitungsgruppe MAIN-POST oder die Erwachsenenbildung „Klaus von Flüe" eingereicht werden. Das Preisgeld ist zweckgebunden für die Förderung und Fortentwicklung der prämierten Projekte einzusetzen. Bitte beschreiben Sie kurz, wofür ein evtl. Preisgeld verwendet werden soll. Die eingereichten Beiträge werden von einer hochrangigen Jury bewertet. Ausschreibungsfrist: Bitte senden Sie uns ab sofort Ihre Unterlagen bis zum 1.10.2003 zu! Preise: * 1.000 Euro (1. Preis) * 500 Euro (2. Preis) Bewerbungen bitte richten an: Erwachsenenbildung "Klaus von Flüe" Landvolkshochschule Schweinfurter Straße 36 97359 Schwarzach am Main Telefon (09324) 9175-0 Telefax (09324) 9175-55 eMail: info@Klaus-von-Fluee.de
Zeitungsgruppe MAIN-POST Berner Str. 2 97084 Würzburg Tel. (0931) 6001-247 oder -382 eMail: zeichensetzen@mainpost.de
Machen Sie mit! Bewerben Sie sich um den Förderpreis für aktive Bürger! 14.07.2003 Thema intern
Wir haben einen Preis ausgeschrieben und verknüpfen damit natürlich Hoffnungen: So, dass uns auf unseren Aufruf, "Zeichen setzen!", viele Initiativen aus Unterfranken gemeldet werden, die aus der Bürgerschaft ihrer Umgebung Wichtiges zum Gemeinwohl beitragen. Menschen also, die freiwillig zusammenhelfen, um dort in die Bresche zu springen, wo es nötig ist, weil Bund, Land oder Kommunen nicht mehr helfen können. Oder wo noch nie geholfen wurde, weil es bisher keinen Bedarf gab. Wir wünschen auch, dass die Darstellungen solch engagierter Leute in der Zeitung und am Ende die Preisträger zur Initialzündung werden - für andere, die ebenfalls eine Lücke sehen, die es für eine funktionsfähige und soziale Gesellschaft zu füllen gilt. Nachahmenswertes ist auf dieser Seite schon zu lesen. Es gibt aber mehr und wir brauchen mehr. Dieses Zeichen hoffen diese Tageszeitung und die Erwachsenenbildungseinrichtung "Klaus von Flüe" setzen zu können. 14.07.2003 "Zeichen setzen!" für aktive Bürger
Würzburg (Sah/CS/san) Künftig soll in Unterfranken einmal im Jahr besonderes Engagement für die Gemeinschaft mit dem Förderpreis "Zeichen setzen!" ausgezeichnet werden. Den Preis vergeben die Zeitungsgruppe MAIN-POST und das Erwachsenenbildungshaus "Klaus von Flüe". Jeder Bürger kann Personen oder Gruppen vorschlagen, die geehrt werden sollen. Eine Jury wird jährlich über die Preisträger entscheiden. Die Verleihung wird im Herbst stattfinden. Der erste Preis ist mit 1000 Euro, der zweite mit 500 Euro dotiert. Im 21. Jahrhundert werden die Bürger immer wichtiger: Der Glaube, der Sozialstaat könne rundum für die Menschen sorgen, ist zerbrochen: Ein solcher Staat ist weder finanzierbar noch flexibel genug. Und es ist nicht gut, wenn Aufgaben, die die Gemeinschaft betreffen, an anonyme Behörden delegiert und die Mittel dafür über Abgaben besorgt werden, von denen niemand genau weiß, wie sie verwendet werden. Es ist vielmehr an den Bürgern, dies künftig stärker selbst in die Hand zu nehmen: eine aktive Bürgergesellschaft ist gefragt. Der Einzelne soll nicht sofort nach dem Staat rufen, sondern fragen, was aus eigenen Kräften geleistet werden kann. 22 Millionen im Ehrenamt 22 Millionen Deutsche engagieren sich in Ehrenämtern. Noch einmal 20 Millionen wären dazu bereit, wenn die Rahmenbedingungen besser wären, hat das Bundesfamilienministerium herausgefunden. Neben die Vereine und Verbände mit ihrer klassischen Art des Ehrenamtes können und müssen neue Formen treten - so vielfältig und flexibel, wie die Gesellschaft sie braucht. Dies wollen diese Zeitung und das katholische Erwachsenenbildungshaus "Klaus von Flüe" in Münsterschwarzach fördern und unterstützen. Auch in Unterfranken gibt es ein lebendiges Gemeinwesen, in dem Bürger die Verantwortung übernehmen. Seien es Vereine, die möglich machen, was es sonst an sportlichen, kulturellen oder freizeitbezogenen Aktivitäten nicht gäbe, seien es Bürgerinitiativen, die da einspringen, wo der Staat an eine Grenze kommt. Ein Preis für die Region MAIN-POST und Landvolkshochschule "Klaus von Flüe" schreiben regional einen Förderpreis mit dem Namen "Zeichen setzen!" aus, mit dem Gruppen, Initiativen oder Einzelpersonen ausgezeichnet werden sollen für überdurchschnittlichen Einsatz und herausragende Leistungen im Bereich Freiwilligenarbeit, Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement. Der Preis "Zeichen setzen!" soll eine Würdigung sein für neue Entwicklungen im bürgerschaftlichen Engagement und überzeugende Ansätze in der Arbeit von Vereinen, Initiativen, Verbänden, Bürgerbewegungen, aber auch im Engagement von Einzelnen. Er soll Leistungen würdigen, aber auch bekannt machen und damit Ansporn und Vorbild geben für ähnliche Initiativen. Verleihung im Herbst Diese Zeitung wird künftig solche Initiativen verstärkt vorstellen. Ein hochrangig besetztes Gremium wird die Jury bilden. Sie entscheidet jährlich über die Preisträger, die im Herbst, in einem würdigen Rahmen, ausgezeichnet werden sollen. Der erste Preisträger von "Zeichen setzen!" wird bei diesem Anlass 1000 Euro, der zweite 500 Euro erhalten. Unsere Gesellschaft braucht soziales und gesellschaftliches Engagement von Einzelnen und Gruppen. Sie entwickelt sich aber auch weiter und mit ihr die Freiwilligkeit. Neue Aufgaben kommen hinzu. Der Ehrenpreis möchte Ideen für einen modernen bürgerschaftlichen Einsatz erfassen und damit auch zur Nachahmung anspornen. Diese Notwendigkeit haben auch ehemalige und engagierte Kursteilnehmer des Erwachsenenbildungshauses "Klaus von Flüe" erkannt. Ihnen gilt es Dank zu sagen. Sie spendeten das Preisgeld von 1500 Euro. Kennen Sie Initiativen oder Menschen, die Interessantes oder Außergewöhnliches in ihrem Ehrenamt oder bei der Mitgestaltung unserer Gesellschaft leisten? Dies kann eine soziale Aktion sein, eine Nachbarschaftshilfe oder ein politisches Engagement. (Beispiele finden Sie im nebenstehenden Artikel). Wichtig ist, dass Sie das Gefühl haben oder die Erfahrung machen: "Diese Aktion hat uns weitergebracht" oder "Dieser Mensch hat Tolles geleistet" oder "Wenn es diese Initiative nicht gegeben hätte, wäre die Welt ärmer, würde uns etwas fehlen." Machen Sie Vorschläge! Schlagen Sie uns Gruppen oder Einzelpersonen für den Förderpreis vor. Freiwilligenarbeit, Ehrenamt, bürgerschaftliches Engagement - wir meinen, darauf kommt es in Zukunft immer stärker an und deshalb sollten wir alle solche Tätigkeiten unterstützen - auch mit Vorschlägen für den Ehrenpreis. Machen Sie mit - Setzen Sie Zeichen. Nach oben
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Der Förderpreis für bürgerschaftliches Engagement
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